Inzwischen bin ich schon ne ganze Weile wieder zurück aus Irland, daher jetzt endlich mal ein kleiner Bericht darüber:
Irland ist anders, als ich es erwartet hätte. Johannes und ich haben unsere Zeit zwar meistens in den Städten (Cork, Dublin, Belfast) und in den entsprechenden Zubringer-Bussen verbracht, aber trotzdem erwartet man von Irland irgendwie mehr Natur, mehr grün.
Nichtsdestoweniger (so ein Wort kommt raus, wenn man 'that said' im Wörterbuch nachschaut :) ), die Natur die wir gesehen haben war sehr schön, insbesondere die Cliffs of Moher (und viel mehr haben wir auch nicht gesehen).
Die Cliffs, benannt nach der Ruine eines Watchtowers, finden sich im Westen von Irland. Sie ragen 100 bis 200 Meter über das Meer auf und sind absolut einen Trip wert. Leider sind die Klippen nicht mehr vollständig begehbar, bzw. die Randbereiche sind abgesperrt. Grund dafür ist, dass oben auf den Klippen immer ein heftiger Wind weht und wohl jedes Jahr (ich schätze vor diesen Maßnahmen) 1-2 Personen einfach über den Rand geweht wurden.
Aber auch mit den Absperrungen ist der Blick der sich in den Abgrund und auf das Meer bietet großartig.
Ich habe ein paar Fotos gemacht, von den Cliffs und vom Rock of Cashel - der Ruine eines alten Chor-Klosters. Jeder der ein Facebook-Profil hat, sollte die Bilder sehen können, ansonsten zeige ich sie vielleicht wenn ich zurück bin.
Die Irischen Städte sind meiner Meinung nach nichts besonderes, sieht man mal davon ab, das Belfast sich noch nicht vollständig von seinen 'Problemen' erholt hat. Es gibt noch viele so genannte Peace-Lines, die katholische von protestantischen Bezirken abgrenzen, teilweise durch 5 Meter hohe Zäune und Mauern. An den Wänden der Häuser finden sich etliche 'Murals', Malereien oder Plakate, die Soldaten der verschiedenen Untergrund-Armeen zeigen oder auf Ereignisse während der schwierigeren Zeiten anspielen.
Unser Tour-Guide in Belfast erzählte uns, dass die gesamte Tourismus-Industrie erst seit ungefähr vier Jahren überhaupt am laufen ist.
Neben der City-Tour gibt es wohl noch eine weitere, lohnende Tour, die leider erst Mai wieder ihren Betrieb aufnimmt: die Titanic Tour.
Die Titanic wurde in einer Werft in Belfast gebaut und die Belfaster sind sehr stolz auf ihr Schiff, sie war damals immerhin das modernste Stück Technik der Welt. Die typische Antwort auf die Tatsache, dass die Titanic gesunken ist: "She was fine when she left here".
Zum Schluss noch ein paar kleine Tipps für Irland-Interessierte:
Der irische öffentliche Nah- und Fernverkehr kann nicht mit den deutschen Standards mithalten. Es gibt ein Bahn- und ein großes Busnetz - allerdings sind beide langsam und wenn man einen knappen Zeitplan hat, können einem die Abfahrtszeiten der letzten Busse einen Strich durch die Rechnung machen.
Am besten ist wohl, sich ein Auto zu mieten. Allerdings sollte man wissen: jeder Ire fährt mit dem Auto und man braucht nicht unbedingt einen Führerschein dafür - also alles auf eigenes Risiko.
Die alternative ist, gar nicht so viel herumfahren, sondern vielleicht einfach in Dublin bleiben. Von Dublin aus gibt viele 'Mini-Bus-Touren', die einen für einen oder mehrere Tage zu den verschiedenen Attraktionen bringen, meist mit zusätzlichen Kommentaren vom Busfahrer. Kann sich lohnen!
26.04.2008
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